Corinna Bernshaus

Kunst • Demenz • Bildung

„Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht darin, schöne Objekte zu schaffen. Es ist vielmehr eine Methode, um zu verstehen. Ein Weg, die Welt zu durchdringen und den eigenen Platz zu finden.“

(Paul Auster)

KUNST

Meine Arbeiten vereint eine trotz ihrer zerbrechlich wirkenden Anmutung eine immanente Kraft, es findet sich immer die Polarität von Zerbrechlichkeit und Stärke, es ist immer der Moment spürbar, in dem alles zerbrechen kann, aber auch Raum für neues entsteht. Wie wird die Vorstellung von Versehrtheit, die sich sowohl auf physische Konstitution als auch auf psychische Zustände des Menschen bezieht, aufgefasst und transformiert? Auf welche Weise beeinflusst die Zerbrechlichkeit des scheinbar Realen unser Bild der Unstetheit aller Erscheinungen?

HÜLLE

Die Haut, in der wir stecken?

In der Ausstellung „Hülle“ wurden 2017 im Ballhaus im Nordpark, Düsseldorf neue Arbeiten von mir aus Ton und Porzellan gezeigt. Über ein Jahr arbeitete ich an dieser Ausstellung.

Es sind zahlreiche Plastiken aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Schwerpunkten entstanden, die von anschmiegsam bis sich auflösend, enthüllt bis verbergend, aufgedunsen bis entleert reichen.

LEBENSFÄDEN

Wie lang ist dein Leben?

Spindeln, hergestellt aus hochweißer Porzellanmasse, fest und stabil und zugleich zart und leicht. Ihre körperhafte Form basiert auf einem um eine längliche Achse gedrehten, gesponnenen Faden:

der Faden als uraltes Symbol für Leben, mit begrenzter Länge, mit einem Anfang und einem Ende. Es sind Lebensfäden, aufgewickelt, vielschichtig, über- und untereinander gespannt, ein Geflecht aus Vergangenem und Zukünftigem, Erinnerungen und Möglichkeiten…

FRAGILÉ

Schicksalhaft oder selbstbestimmt?

Basierend auf der geometrischen Grundform einer halbierten Kugel sind hauchdünne Schalen entstanden, die ihrer nützlichen Funktion enthoben sind. Sie vereinen zugleich Spannung und Ruhe, fragiles Gleichgewicht und brüchige Ordnung.

Wie die Schale eines Eies geben die zarten Gefäße trotz der scheinbaren Empfindlichkeit Halt einem inneren Raum, der selbst zum Inhalt wird.

DEMENZ

Auf welche Weise beeinflusst das persönliche Erlebnis des Unsteten und der Zerbrechlichkeit meine eigene Wirkungsweise? In sofern, dass ich im Zerbrechenden und Unperfekten Möglichkeiten und Entwicklungspotentiale entdeckt habe und Veränderungen, auch vermeintlich negative, als Chance begreifen lernte, mich neuen Herausforderungen zu stellen und vor allem neugierig zu bleiben.

RAUM-D

Atelier für Menschen mit Demenz

Von allen Geistern verlassen?

Raum D ist ein Ort, der kulturelle und soziale Teilhabe ermöglicht: hier erproben Kunstschaffende gemeinsam mit Menschen, die direkt oder indirekt von Demenz betroffen sind, neue Ausdrucksformen. Mit den Mitteln der Kunst bauen wir Brücken, kommen in Kontakt und schaffen in inspirierender und kreativer Atmosphäre positiv besetzte Begegnungsebenen.

Vielleicht erwecken wir sogar neue Geister zum Leben. Voraussetzungen: Freude am künstlerischen Tun und am Experimentieren, am Austausch und an der Gemeinschaft mit anderen.

Interview mit Corinna Bernshaus über das Atelier RAUM-D
Ziel des Vereins ist es, den Keywork-Ansatz – im Sinne des Grundgedankens –kontinuierlich weiter zu entwickeln, zu verbreiten sowie ein überregionales Keywork-Netzwerk aufzubauen.

Arbeits- und Entwicklungsschwerpunkte des Vereins: Keywork, Kunst und Schule; Keywork und Theater, Performances/Quartiersaktionen; Keywork, Kunst und Demenz; Keywork und neues Freiwilligenengagement, Keywork und Stadt- und Quartiersentwicklung; Keywork-Projekt-Werkstatt; Lernen und Vernetzung, Modelltransfer; Aufbau von Keywork-Ateliers.

Hierzu gehören:
  • Demokratie und Inklusion
  • Schärfung des Keywork-Profils: Der Verein möchte ein Labor/eine Werkstatt schaffen, in der Keywork-Akteur/-innen den Keywork-Ansatz gemeinsam fortentwickeln können.
  • Verbreitung der Idee der Sozialen Plastik (in Anlehnung an die Positionen von Joseph Beuys)
  • Qualitätsmanagement: Qualitätskriterien formulieren, Voraussetzungen für Qualität identifizieren.
  • Qualifizierung: innovative Qualifizierungskonzepte erarbeiten und das gemeinsame Lernen fördern.
  • Öffentlicher Diskurs: Organisation von Informations- und Diskussionsveranstaltungen.
  • Dokumentation: Erfahrungen und Prozesse dokumentieren und analysieren.
  • Ergebnisse Interessierten offen zugänglich machen.
  • Vernetzung: Akteure/-innen bestehender und geplanter Keywork-Projekte zusammenbringen.
  • Begleitung und Modelltransfer: Keywork-Projekte initiieren, bestehende Keywork-Initiativen begleiten und die verschiedenen Ausprägungen der Keywork-Projekte in einem Gesamtkonzept zusammenführen.

BILDUNG

In einer Zeit, die eher von dem Wunsch nach Konformität geprägt ist, Plätze schaffen für heterogene Sicht-, Denk- und Arbeitsweisen und die Welt als etwas begreifen, das man gestalten und verändern kann.

KINDERLEICHT

Lehr-Reich

Es ist das eine, ein Kind im schöpferischen Prozess versunken und später voller Stolz sein geschaffenes Werk begutachten und präsentieren zu sehen. Was ein Kind durch kreative Arbeit hinzugewinnt ist aber weit mehr, als das künstlerische Tun und das später fertige Werk an sich: neben dem Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten wird das Interesse an der Welt und deren Zusammenhänge wach gehalten,

der Blick auf die Dinge geschärft, eigene Lösungsansätze und Ideen werden gesucht und umgesetzt und eigenverantwortliches Gestalten gefördert. In der gemeinsamen Arbeit erlebt das Kind soziales Miteinander und lernt, verschiedene Arbeitsweisen und Ergebnisse zu respektieren.

KONTAKT

Atelier Corinna Bernshaus
c/o Kunstschule Werksetzen
Bagelstraße 117, 40479 Düsselorf, Telefon: +49 211 1678540

info@corinnabernshaus.de