Künste Frauen Netzwerk

30.1.26 – 29.3.26

Jubiläumsausstellung

100 Jahre GEDOK

Die Ausstellung „Künste Frauen Netzwerk“ im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg markiert das 100-jährige Bestehen der GEDOK, des größten Netzwerks professioneller Künstlerinnen aller Sparten im deutschsprachigen Raum. Aus über 2500 Mitgliedern wurden künstlerische Positionen ausgewählt, die den Verein zu diesem Jubiläum repräsentieren. Die GEDOK wurde 1926 von Ida Dehmel in Hamburg gegründet – als Netzwerk, das Künstlerinnen stärkt, verbindet und sichtbar macht. Diese Gründung hat die Stadt Hamburg zur Keimzelle eines der größten und ältesten Kunstnetzwerke für Frauen gemacht, das sich über ganz Deutschland bis nach Österreich ausdehnte.

Meine Arbeiten in der Jubiläumsausstellung

Die Ausstellung vereint insgesamt 15 künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Disziplinen und Regionalgruppen der GEDOK. Gemeinsam zeigen sie die Vielfalt, Tiefe und Aktualität künstlerischer Arbeit im Netzwerk.
Meine Arbeiten aus Porzellan stehen dabei für eine Auseinandersetzung mit Fragilität, Schutz und Spannung – Themen, die meine Arbeit seit vielen Jahren prägen.

Armour of an Artist

Armour of an Artist erforscht das Konzept des Schutzes und die Frage, wie widerstandsfähig dieser Schutz wirklich ist. Die Arbeit ähnelt einer Hülle oder Rüstung, doch ihre Zerbrechlichkeit bleibt sichtbar – was schützt, kann jederzeit zerbrechen. Ich bin fasziniert von diesem Spannungsfeld: zwischen Stärke und Verletzlichkeit, zwischen dem Wunsch, sich zu schützen, und der Offenheit, die künstlerische Arbeiten erfordern. Die Rüstung symbolisiert weniger Abwehr, sondern vielmehr einen Zustand ständiger Auseinandersetzung.

Fragil II

Fragil #2 arbeitet mit einem bewussten Widerspruch. Porzellan, ein sprödes Material, ist hier wie ein Teppich gewebt. Etwas, das weich, beweglich und vertraut erscheint, besteht plötzlich aus einem Material, das jederzeit brechen kann. Der Blick sucht nach einer Einordnung, bleibt kurz ratlos stehen und beginnt, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Mich interessiert dieser Moment, in dem sich Gewissheiten auflösen und sich die Frage nach dem Möglichen stellt – nicht nur im Material, sondern auch im Leben selbst.
Titelbild: Henrike Altes, Fetus, aus der Serie „Born Again“, 2023, Stoff, Stickgarn, Garn, Fimo (Polymer-Ton), Foto: Mitch van Schijndel, © Henrike Altes